; Die wundersame Errettung des Attila Schlottermüller

Die wundersame Errettung des Attila Schlottermüller

Es will und will nicht Tag werden. Attila liegt schon einige Stunden wach, grübelt in sich hinein und beschließt erst dann aufzustehen, wenn das Licht des Tages freundlich durch das Fenster dringt. Kurz nach der Wintersonnenwende benötigt auch im Spreewald die Sonne einige Zeit dafür. An diesem ersten Weihnachtsfeiertag im Jahr 2013 hat sie jedoch gar keine Chance. Bereits an seinem Wechsel von der Nacht zum Tag ist dieser eingetrübt. Dichte, tief hängende Wolken verwehren den Sonnenstrahlen einen direkten Weg bis auf die Wiesen, Äcker und Wälder. Würde trotz dieser Hindernisse einer diese Barriere durchbrechen, hielte ihn der leichte Morgennebel davon ab, sein Ziel zu treffen. Auch Attila bekommt nach vielen Minuten des Wartens mit, dass heute keine Sonne in sein Zimmer scheinen wird. Es ist leidlich hell im Raum, gerade ausreichend, um ohne elektrisches Licht bis zum Fenster zu gelangen und nicht über irgend etwas zu stolpern. Bereits der erste Blick in die Umgebung verdirbt Attila den Tag. Unweit des Hauses, gleich vor dem Torbogen des Matz-'elemec'-Spreewaldhofes, steht der verkohlte Stumpf eines Baumes. Ein kläglicher Rest des Stammes ragt in die Höhe, knappe vier Meter und nur ein müder Schatten der einst stattlichen Fichte. Dieses Überbleibsel ist nicht mehr als eine rußige Säule ohne jegliche Äste, Verzweigungen oder sonstige Kennzeichen eines Baumes. Es steht jetzt als stummer Obelisk an der Straße und grüßt anklagend in Attilas Richtung. Der zuckt erschrocken vom Fenster zurück. Die ungewollte und unkontrollierte Bewegung lässt ihn fast über eine kleine Gasflasche stolpern, die neben anderen Technikteilen auf dem Boden des Zimmers steht. Attila taumelt wieder zum Fenster zurück, öffnet dieses und nimmt einem tiefen Atemzug der vermeintlich frischen Außenluft. Ein ekeliger Brandgeruch, vermischt mit kaltem, feuchtem Nebel, dringt durch seine Nase, setzt sich in den Lungen fest und zwingt ihn zum Husten. Oh Gott, es riecht immer noch nach dem Rauch des Brandes, den er gelegt hat! Wie konnte das mit ihm geschehen: vom Spitzenpolitiker wurde er zum Brandstifter. Für diese Verwandlung seiner selbst hat er weniger als vier Monate benötigt. Attila ist deprimiert und legt sich entmutigt wieder in sein Bett.

Am Ende wird alles gut? Abwarten...