Die Methode TwentyFive zur Tiefenmotivationsanalyse: Theoretische Herleitung und Erklärung TwentyFive
David Scheffer
Prof. Dr. David Scheffer hat seit Juli 2011 eine Professur für Wirtschaftspsychologie, Personalmanagement und Eignungsdiagnostik an der NORDAKADEMIE. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte sind die Diagnostik von Persönlichkeitsmerkmalen, impliziten Motiven und beruflichen Kompetenzen sowie die passgenaue Zielgruppen-Kommunikation. Er hat viele Jahre im Bereich der Beratung rund um Fragen der Personalauswahl und -entwicklung sowie Zielgruppen-Kommunikation gearbeitet, u.a. als Wissenschaftlicher Leiter verschiedener Beratungsunternehmen. An der NORDAKADEMIE leitet er das CAPTA Institut (Computer Aided Psychometric Text Analysis), an dem er mit mehreren Doktoranden die Möglichkeiten von maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz für die optimierte Personalauswahl und Kommunikation erforscht. Er veröffentlicht in und ist Reviewer von peer-reviewed Journals und hält Vorträge zu den genannten Themen.
Persönlichkeit
23
9783946373162
Mai 6, 2021
Deutsch
1
Buy now:
Die Methode TwentyFive zur Tiefenmotivationsanalyse: Theoretische Herleitung und Erklärung TwentyFive
Die Methode TwentyFive ist der differentiellen Psychologie zuzuordnen und dient dem Ziel, sich und andere besser zu verstehen. Im Fokus stehen vor allem die gegensätzlichen Beweggründe und Orientierungen. Aus den sich daraus ergebenden emotionalen Konflikten sind Entwicklungsressourcen zu erkennen. Im Gegensatz zu vielen Persönlichkeitstests geht sie von einem sich situativ anpassenden, konfligierenden System von Beweggründen und Orientierungen aus. Um der Komplexität und Dynamik der Seele gerecht zu werden, versucht TwentyFive die Persönlichkeit eines Menschen so differenziert und ganzheitlich zu beschreiben wie es der Komplexität und Dynamik des menschlichen Geistes angemessen ist. Wie der Name TwentyFive schon impliziert, ist die Anzahl der Ausprägungen mit 25 im Vergleich zu den meisten Persönlichkeitstests sehr hoch und zudem gegliedert in 7 Ebenen. Selbst die bislang komplexesten Persönlichkeitstests wie bspw. der California Personality Inventory (CPI), den Weinert und Scheffer (2006) im deutschsprachigen Raum erforscht haben, reichen an diesen Differenzierungsgrad nicht heran. TwentyFive ist auch das einzige Verfahren, das neben impliziten Motiven als mentale Superstruktur des menschlichen Geistes (Winter, 2007) auch Grundbedürfnisse, Kontextfaktoren und das Selbstkonzept misst und miteinander in Abgleich bringen kann. Die Dynamiken, die sich aus den Diskrepanzen dieser Subsysteme des menschlichen Geistes und ihrer Einbettung in Strukturen der Umwelt ergeben, stehen dezidiert im Fokus dieser Methode.
Sample
Die Methode TwentyFive ist der differentiellen Psychologie zuzuordnen und dient dem Ziel, sich und andere besser zu verstehen. Im Fokus stehen vor allem die gegensätzlichen Beweggründe und Orientierungen. Aus den sich daraus ergebenden emotionalen Konflikten sind Entwicklungsressourcen zu erkennen. Im Gegensatz zu vielen Persönlichkeitstests geht sie von einem sich situativ anpassenden, konfligierenden System von Beweggründen und Orientierungen aus. Um der Komplexität und Dynamik der Seele gerecht zu werden, versucht TwentyFive die Persönlichkeit eines Menschen so differenziert und ganzheitlich zu beschreiben wie es der Komplexität und Dynamik des menschlichen Geistes angemessen ist. Wie der Name TwentyFive schon impliziert, ist die Anzahl der Ausprägungen mit 25 im Vergleich zu den meisten Persönlichkeitstests sehr hoch und zudem gegliedert in 7 Ebenen. Selbst die bislang komplexesten Persönlichkeitstests wie bspw. der California Personality Inventory (CPI), den Weinert und Scheffer (2006) im deutschsprachigen Raum erforscht haben, reichen an diesen Differenzierungsgrad nicht heran. TwentyFive ist auch das einzige Verfahren, das neben impliziten Motiven als mentale Superstruktur des menschlichen Geistes (Winter, 2007) auch Grundbedürfnisse, Kontextfaktoren und das Selbstkonzept misst und miteinander in Abgleich bringen kann. Die Dynamiken, die sich aus den Diskrepanzen dieser Subsysteme des menschlichen Geistes und ihrer Einbettung in Strukturen der Umwelt ergeben, stehen dezidiert im Fokus dieser Methode. Analysen gemäß der TwentyFive Methode können neueste Technologie aus dem maschinellen Lernen und der Künstlichen Intelligenz (KI) nutzen, um sich der Wirklichkeit eines Menschen valide aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern. TwentyFive vertritt die Annahme, dass nur eine ganzheitliche Betrachtung des Menschen zu einem erfolgversprechenden Ergebnis führen kann. Damit möchte die Methode die Menschen dazu animieren, sich mit ihrem Selbst und dem Kontext ihrer Umstände leichter auseinandersetzten zu können. TwentyFive ist eine Methode, die 25 Ausprägungen benutzt, um die Tiefenmotivation eines Menschen beschreibbar zu machen. Es stehen daher die impliziten Motive und Grundbedürfnisse im Mittelpunkt. Die Methode stellt sich unter anderem der Herausforderung, die Korrelation der Grundbedürfnisse mit den impliziten Motiven zu beschreiben, was kein anderes Verfahren versucht. Diese Befunde dienen dem Menschen, eine motivationale Kongruenz zu erreichen oder aufrechtzuerhalten, was angesichts der Vielfalt von Bedürfnissen und Motiven sowie ihren oft antagonistischen Verschaltungen nicht einfach ist (Heckhausen & Heckhausen, 2018; Scheffer & Heckhausen, 2018). Somit versucht die Methode folgende zentrale Fragen für den Menschen zu beantworten:
- Wie beeinflussen Bedürfnisse und Motive gemeinsam das Verhalten und die Persönlichkeit eines Individuums?
- Wie werden Konflikte zwischen Bedürfnissen und Motiven dargestellt und bei Bedarf gelöst?
- Wie und warum soll dieses Wissen verbreitet und genutzt werden?
Ausgehend von diesen Fragen können Empfehlungen ausgesprochen werden, die das Wohlbefinden des Menschen im privaten sowie im arbeits- und organisationsspezifischen Kontext verbessern. Die Grundannahme, mit welcher diese Methode Verhalten beschreibt, ist, dass Persönlichkeit Ausdruck von Motiven, Bedürfnissen und Emotionen ist. Das Verhalten wird von der Motivation gesteuert, welche wiederum von situativen Anreizen und dispositionellen Eigenschaften abhängig ist (Scheffer & Heckhausen, 2018). Wenn das Verhalten als Ausdruck von Bedürfnissen und Motiven unter Berücksichtigung der Orientierung und Fokussierung aufgefasst wird, wird das Handlungsspektrum eines Menschen erweitert und lässt die unterschiedlichsten Blickwinkel zu. Der Kontext, der dabei eine Rolle spielt, ist variabel und kann bzw. soll sich ergänzen. Die Emotionen dienen dazu, die Signale des Körpers richtig zu erkennen und gegebenenfalls rechtzeitig eine Verhaltensregulation herbeizuführen. Damit wird die Komplexität einer Persönlichkeitsbeschreibung enorm erhöht und kommt dem menschlichen Verhalten näher. In Anlehnung an Jung (1986) stehen folgende Fragen im Mittelpunkt der Methode: Wozu dient dieses Verhalten? Welche Ziele und Ideen sollen durch das Verhalten erreicht werden? Um diese Fragen zu beantworten, umschließt die Methode TwentyFive sieben Ebenen. Diese Ebenen bestehen aus 25 Ausprägungen zur Beschreibung und Annäherung der Tiefenmotivation eines Menschen. Die Ebenen teilen sich auf in die impliziten Motive, die Grundbedürfnisse, die Präferenze, die Orientierung und die Fokussierung. Die höchste Ebene bezieht sich auf das Selbstbild. Dieses setzt das Verhalten in den Kontext zu bestimmten, erwünschten und gelernten Verhaltensweisen. In der vierten Ebene wird das Verhalten in bestimmten Situationen beschrieben und bezieht sich dabei auf die aktuelle Erfüllung der Grundbedür…