Die Wahrheit über das Jenseits

Christoph Hofmański

Christoph Hofmański (Jg. 48) war nach einer Zeit im Management eines IT-Unternehmens als Dozent in den Fachbereichen Kommunikation und Mitarbeiterführung, außerdem als Coach und Supervisor tätig. Seine Klienten waren Unternehmer, Trainer, Coache und Personalentwickler. Die Erfahrungen aus der Praxis nutzte er in den 90ern für die Entwicklung der „Tiefenmotivations-Analyse“. Auf der Grundlage der in Praxis und Theorie gefestigten Erkenntnisse gründete er 2005 das Institut für Persönlichkeitsorientiertes Management, Görlitz. Er ist nach wie vor als Berater tätig und will mit seinen Büchern das Wissen weitergeben.

Genre:

Persönlichkeit

Pages:

294

ISBN:

9783946373186

Published:

April 15, 2021

Language:

Deutsch

Edition:

1

Die Wahrheit über das Jenseits

Was wird nach unserem Leben geschehen? Gedankliche Konstrukte, wie die Ideen über das Paradies, das Jüngste Gericht oder Wiedergeburten, geben seit Jahrtausenden bewährte, aber auch verunsichernde Antworten. Heute bezweifeln viele Menschen die Jenseits-Vorstellungen, weil sie sich wissenschaftlich nicht belegen lassen und widersprüchlich interpretiert werden. Aber, da wo früher Himmel oder Hölle auf uns warteten, ist jetzt das dunkle Loch des Unwissens. In Glaubensdingen wächst eine Sinn- und Orientierungslosigkeit. Wir wollen Licht in dieses Dunkel bringen.

Umschlaggestaltung + Foto: Olaf Dreier, Scheeßel

Sample

Wenn das Jenseits nur eine nette Idee wäre, könnte ich den Kopf schütteln und in die Küche gehen, um das Essen vorzubereiten. Heute gibt es einen Auflauf aus Nudeln und der Sause Bolognese von gestern. Mit Mozzarella überbacken. Das ist schnell gemacht. Also schreibe ich noch ein paar Zeilen, denn das Jenseits ist keine nette Idee, sondern ein gewaltiges Paket voller Fantasien mit unmenschlichen Auswirkungen. Im Diesseits, also hier im richtigen Leben am Schreibtisch oder in der Küche, gleichen sich die Seelen aller Menschen. Unabhängig von Kultur, Religion, Bildung, Geschlecht oder Alter, haben wir sehr ähnliche Gefühle, Hoffnungen und Ängste, haben schmerzhafte und glückliche Erfahrungen und sind allesamt häufig und unabsichtlich von Menschen belogen worden, die ängstlich an das Jenseits glaubten.

Ich möchte einen Beitrag zur ‚Entängstigung‘ leisten. Dazu mögen Geschichten helfen, die andere Menschen und ich selbst erlebt haben. Es sind wahre ‚Erinnerungen‘. Sie ähneln sich und erzählen eine Wahrheit: Das Jenseits finden wir in unserer Seele. Es liebt uns und will helfen, uns zu liebevollen, friedlichen Menschen zu entwickeln.

Jetzt kümmere ich mich um das Essen und danach versuche ich, quasi als Vorwort, ein paar Fragen zu beantworten.

Schadet die Wahrheit dem Glauben? Die Aufklärung führte zum Widerstand durch die Kirche. Naturwissenschaftler, wie Galileo oder später Darwin wurden angegriffen, weil ihre Entdeckungen im Widerspruch zu Aussagen in der Bibel stehen. Heute akzeptieren wir, dass die Erde nicht der Mittelpunkt des Universums ist und dass die Evolution ein Entwicklungsprozess ist, der im Laufe der Zeit den Menschen hervorbrachte. Die Wahrheit hat dem Glauben nicht geschadet. Dies wird auch nicht geschehen, weil wir uns seit mehr als hundert Jahren zunehmend bemühen, die menschliche Seele zu verstehen.

Wo finden wir Gott? Das Wissen um die seelischen Zusammenhänge macht es einfacher, uns selbst und andere liebevoll zu verstehen. Wir brauchen keinen Gott, um das Unerklärliche zu deuten, wenn wir es aushalten, nicht alles zu wissen. Wer mag, kann und darf Gott als zentrale Funktion der eigenen Seele oder als transzendente Instanz nutzen, als Anker für sich selbst oder als gemeinsamen Bezugspunkt in der Kommunikation mit anderen Gläubigen. Platon sagte, die Seele ist das Ebenbild Gottes. Im Sufismus heißt es, wer sich selbst kennt, kennt den Herrn (Mohammed s.a.w.s.). Und im Neuen Testament lesen wir: Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in Euch. (Lk 17, 20)

Gedankliche Konstrukte, wie die Ideen über ein Jüngstes Gericht, Wiedergeburten oder das Paradies, werden seit Jahrtausenden und kulturübergreifend für wahr gehalten. Es ist zu vermuten, dass diese Vorstellungen für unser seelisches Wohlbefinden hilfreich sind.

Welchen Sinn hat das Paradies? Irgendwann ist unser Leben zu Ende, wir verlieren das Bewusstsein und wachen nie wieder auf. Diese Vorstellung ist für viele Menschen nicht angenehm. Da erscheint die Idee, ewig auf einer anderen Ebene weiterzuleben, doch attraktiver. Wir erwarten die Rückkehr in das Paradies als Lohn für unser Bemühen und als Ausgleich für erlittene Schmerzen. In seltenen wachen Momenten und in gelegentlichen Träumen erleben wir ein tiefes Glücksgefühl. So sollte es für immer sein, wenn wir heimgekehrt sind. Viele Menschen empfinden es so und die Religionen stellen es in Aussicht, also muss es wahr sein, denken wir.

Wozu dient das Jüngste Gericht? Wir wollen, dass unser Leben gewürdigt wird und streben nach einem gerechten Urteil. Unsere guten Werke sollen anerkannt und unsere Feinde bestraft werden. In unserem Gewissen und in den Träumen erleben wir das moralische Gericht, selten lobend, meistens tadelnd. Wir haben zu vieles falsch gemacht und es drohen gnadenlose Strafen. Ein gerechtes Urteil wird auch uns hart treffen, befürchten wir.

Wofür wäre eine Wiedergeburt hilfreich? Wir wissen um unsere Fehler und unser Versagen in diesem Leben. Die Chance auf das Paradies ist kleiner als die Aussicht auf das Höllenfeuer. Unsere Träume und Fantasien versorgen uns mit Erinnerungen aus früheren Leben. Wenn diese so real sind, wie sie sich anfühlen, dann haben wir schon einmal gelebt. Da es sehr vielen Menschen so geht, gibt es offenbar eine zweite Chance, hoffen wir.

Wie funktioniert die Seele? Unser Gehirn hat verschiedene Areale. Sie steuern den Körper und das Bewusstsein, auch eine Funktion des Gehirns. Unser Ich wird mit Erinnerungen, Gedanken, Gefühlen und Fantasien versorgt, damit wir die besten Entscheidungen treffen. Die Verarbeitung von Informationen findet zunächst im Unbewussten statt. Eine innere oder äußere Situation wird mit Erfahrungen und aktuellen Bedürfnissen verglichen und bewertet. Dabei werden auch Inhalte eines kollektiven Unbewussten genutzt, die offenbar allen Menschen zugänglich sind.

Abhängig vo…