Der Markt

Der Markt

Christoph Hofmański

Christoph Hofmański (Jg. 48) war nach einer Zeit im Management eines IT-Unternehmens als Dozent in den Fachbereichen Kommunikation und Mitarbeiterführung, außerdem als Coach und Supervisor tätig. Seine Klienten waren Unternehmer, Trainer, Coache und Personalentwickler. Die Erfahrungen aus der Praxis nutzte er in den 90ern für die Entwicklung der „Tiefenmotivations-Analyse“. Auf der Grundlage der in Praxis und Theorie gefestigten Erkenntnisse gründete er 2005 das Institut für Persönlichkeitsorientiertes Management, Görlitz. Er ist nach wie vor als Berater tätig und will mit seinen Büchern das Wissen weitergeben.

Genre:

Persönlichkeit

Seiten:

274

ISBN:

9783946373605

Erschienen:

25.01.2023

Sprache:

Deutsch

Auflage:

1

Der Markt

Auf dem Marktplatz begegnen sich ein Kunde und ein Verkäufer. Meistens reden sie über die angebotenen Produkte. Qualität. Preis. Nutzen. Verarbeitung. Ideen und Erfahrungen. Hat der Kunde am Ende ein gutes Gefühl, kauft er. Sonst geht er. Dieses Buch will keine neue Theorie begründen. Davon gibt es genug. Ob Push- oder Pull-Marketing: In der lebendigen Wirklichkeit geht es um Gefühle eines individuellen Kunden. Von der Ideenfindung für ein Produkt bis zur nachhaltigen Beziehungspflege stellt sich die Frage: Wie sorgen wir bei diesem besonderen Menschen für positiv wirkende Emotionen? Die Antworten beziehen sich auf unterschiedliche Leistungs- und Produktangebote, auf die Vermarktungswege und natürlich auf die Tiefenmotivation, die unsere Beispielkunden bewegt.

Leseprobe

„Die Not macht erfinderisch“, sagte Hubertus. „Aber die Angst lähmt und wir brauchen gute Ideen und realistische Visionen, um nicht im Sumpf der negativen Gefühle steckenzubleiben“, ergänzte Christine.

Vor einigen Monaten hatten sich die beiden kennengelernt, sich trotz oder wegen ihres hohen Alters schnell ineinander verliebt und nun war sie zu ihm in das große Haus gezogen. Beate, die Frau von Benni, wie er im Rentneralter, war seit vielen Jahren eng mit Christine befreundet. Hubertus und Benni hatten schon manches geschäftliche Abenteuer gemeinsam erlebt, sich gegenseitig unterstützt und miteinander gelernt, wie sie für sich und ihre Mitarbeiter so sorgen können, dass sich alle wohlfühlen: Spaß an dem haben, was wir machen, und anderen helfen, das Leben zu genießen. Mit dieser Haltung hatten die beiden und Beate ein Team gegründet, das sich ‚Die Lotsen‘ nannte. Jetzt war Christine dazugekommen.

Beate fragte: „Gibt es Ideen, die stärker sind als die Ohnmacht, in der wir uns gerade befinden?“ Benni schüttelte leise den Kopf: „Ich fühle mich nicht ohnmächtig, wenn ich an das denke, was wir vorhaben. Ja, das Weltgeschehen ist bedrohlich, aber abstrakt. Dagegen ist das, was wir machen, positiv und konkret.“ Hubertus: „Wir werden weder die globalen Klimazerstörer noch Putin besiegen können. Das ist traurig und macht mich wütend. Das gilt auch für die Nazis und andere Sprücheklopfer. Man fragt sich, ob die keinen Verstand haben. Sie wiederholen idiotische Narrative und haben den Kontakt zur Wirklichkeit verloren. Sie sind zu schwach für die Wahrheit und klammern sich an unsinnigen Parolen.“ Christine: „Sie haben Angst, Liebster.“ „Wovor?“ „Vor sich selbst. Vor ihren eigenen Gefühlen. Vor ihrer tiefgründigen Schwäche. Vor dem seelischen Abgrund über den sie hängen.“ Beate legte ihren Arm um Christine, als sie sah, mit wie viel Mitgefühl sie über die heutigen Feinde der Menschlichkeit sprach. Christine trocknete ihre Tränen, schluckte kurz und meinte: „Ja, wir müssen etwas tun. Ein Gegengewicht setzen, mindestens. Ich würde gerne in euren Teams mitarbeiten. Ihr seid zwar alle klüger und erfahrener als ich, wenn es um die Betriebswirtschaft geht. Aber manchmal ist es vielleicht gut, jemanden zu haben, der eine andere Sicht der Welt mit sich bringt. Hoffe ich. Also, wenn ihr immer noch wollt, bin ich dabei.“ „Na, endlich“, sagte Beate, „eine Historikerin mit tiefen Wurzeln in der Landwirtschaft ist eine Bereicherung für alle Teams, die wir betreuen. Rechnen können sie alle auch ohne uns. Es geht darum, Fragen zu stellen, mit denen sich unbekannte Türen öffnen lassen.“ Benni fragte: „Wollt ihr beide uns Dienstag in Rotenburg abholen, damit wir zusammen nach Scheeßel fahren?“ „Gute Idee“, antwortete Hubertus. Christine: „Ihr, nein, jetzt: Wir haben dann das Meeting mit dem Architekten-Team (eine Gruppe von Spezialisten, die für Hubertus arbeiten). Sie haben ein neues Start-up, das sie betreuen, richtig?“

[Die Garotte][In diesem Buch erfahren Sie mehr über die Vorgeschichten der mitwirkenden Personen. Eingebettet in einer Kriminalstory werden die Menschen, ihre Gefühle, Lebensläufe und ihre Persönlichkeitsprofile beschrieben.][W69C1P1I1]

„Christine, hat Hubertus hat dich schon informiert?“, fragte Beate. „Nur grob. Es geht um eine technische Innovation?“ Hubertus fasste kurz zusammen: „Das Thema ist die Umrüstung von Verbrennungsmotoren auf Hybrid mit einer intelligenten Steuerung, die das GPS und die Verteilung der Akku-Ladestationen genauso berücksichtigt, wie die aktuelle Verkehrssituation und das allgemeine wie situative Fahrverhalten des Nutzers. Es ist eine Art Co-Pilot, der die Technik, die Umweltaspekte und das Portemonnaie des Fahrers im Blick hat.“ „Das klingt spannend. Wenn ich es richtig verstehe, geht es um einen Computer, der zwischen Technik und dem Menschen vermittelt?“ „So verstehe ich es auch,“ sagte Beate. „Es ist ein Projekt von Professor Karl Meier und einigen seiner Mitarbeiter. Karl wird Dienstag beim Meeting dabei sein und versuchen, für uns Laien verständlich zu machen, wie das Ganze mit welcher Auswirkung funktionieren soll.“

Vor einigen Monaten hatte Hubertus einige Räume in der alten Mühle in Scheeßel angemietet. Ein Team von Mitarbeitern kümmerte sich bei Unternehmensgründungen um die aus Sicht eines Investors nötigen Analysen und Recherchen und nach der Gründung um die Unterstützung eines erfolgreichen Aufbaus. Die neuen Unternehmen konnten das Know-how und die Dienstleistungen, wie IT und HR, des Scheeßeler Teams nutzen. Diese Fachleute nannten sich ‚Die Architekten‘.

[Die Mühle][Mehr über die hier beschriebenen Teams erfahren Sie in dem Buch ‚Die Mühle‘. Es beantwortet Fragen zur Teambildung, Zusammenarbeit, Motivation und Führung.][W70C1P1I2]

Hubertus fuhr fort: „Fred, der Sprecher des Te…