Berater

Berater

Motivationstyp

Christoph Hofmański

Christoph Hofmański (Jg. 48) war nach einer Zeit im Management eines IT-Unternehmens als Dozent in den Fachbereichen Kommunikation und Mitarbeiterführung, außerdem als Coach und Supervisor tätig. Seine Klienten waren Unternehmer, Trainer, Coache und Personalentwickler. Die Erfahrungen aus der Praxis nutzte er in den 90ern für die Entwicklung der „Tiefenmotivations-Analyse“. Auf der Grundlage der in Praxis und Theorie gefestigten Erkenntnisse gründete er 2005 das Institut für Persönlichkeitsorientiertes Management, Görlitz. Er ist nach wie vor als Berater tätig und will mit seinen Büchern das Wissen weitergeben.

Genre:

Persönlichkeitstypen

Seiten:

111

ISBN:

9783912062205

Erschienen:

12.10.2025

Sprache:

Deutsch

Auflage:

2

Jetzt kaufen:

Berater

Berater sind warmherzige, empathische, kommunikative Persönlichkeiten. Sie wollen emotionale Nähe zu den Menschen, die ihnen am Herzen liegen. Freundschaft heißt für sie, einander nah zu sein, sich abzustimmen und gegenseitig zu fördern. Dazu nutzen sie ihre Kommunikationsfähigkeiten und ihr ausgeprägtes Einfühlungsvermögen.

Dieses Buch will mit seinen Hinweisen und vielen individuellen Empfehlungen helfen, zufrieden mit sich und seinem Leben zu sein und sich positiv weiterzuentwickeln.

Leseprobe

Wenn wir uns entscheiden wollen, brauchen wir Alternativen. Bleibe ich zuhause, weil ich dort meine Hobbys pflegen kann, oder gehe ich zur Arbeit, weil ich dort meine Kollegen treffe? Es sind verschiedene Hirnareale mit diesen Entscheidungen beschäftigt. Wir können es emotional so verstehen: Um leben zu können, müssen wir verschiedene und eben auch gegensätzliche Bedingungen erfüllen. In der Tiefenmotivation sprechen wir von den Grundbedürfnissen. Wir haben die Wahl zwischen diesen Extremen:

  • Entweder wir suchen die Zugehörigkeit im Kreise von Mitmenschen, denen wir uns anpassen.

  • Oder wir halten uns auf Distanz, damit wir als Individuum wahrgenommen werden und Anerkennung finden.

  • Entweder haben wir einen sicheren Halt für unsere Sicherheit, um Gefahren rechtzeitig wahrzunehmen.

  • Oder wir wollen mit Durchsetzung für uns sorgen und unsere Fähigkeiten entfalten.

  • Entweder sind wir kühl und neugierig auf Erkenntnisse: Wir wollen uns in der Wirklichkeit orientieren.

  • Oder wir nutzen die Empathie, um uns verantwortungsbewusst in Wirkungen einzufühlen.

In unseren Träumen, Fantasien oder Gedanken können wir diese gegensätzlichen Kräfte als Personen oder Persönlichkeitsanteile wahrnehmen. C.G. Jung hat sie als Archetypen bezeichnet, die kulturübergreifend von Menschen zu allen Zeiten so wahrgenommen wurden. Zum Beispiel ist der Typ, der für die Kommunikation zuständig ist, in der griechischen Mythologie der Götterbote Hermes, in den nordischen Mythen entspricht es Loki und bei den Römern kannte man Merkur, dem Überbringer von Neuigkeiten. Diese Gottheit ist für die kommunikative Seite zuständig. Unser Bedürfnis nach Zugehörigkeit ist lebensnotwendig, weil wir alleine nicht überleben würden. Andere Beispiele sind Thor, Mars oder bei den Griechen Ares, die als Kriegsgötter die manchmal aufbrausende Durchsetzungsseite vertreten. Ohne ausreichend für uns zu sorgen, würden wir bald umkommen.

In unserer Fantasie- oder Traumwelt lassen wir diese personifizierten Grundbedürfnisse in einem alten Rittersaal zusammenkommen, wie einst die Schar um König Artus. Bei einer Persönlichkeit des Typs ‚Berater‘ werden die Zugehörigkeit, vielleicht repräsentiert durch Merkur, und die Empathie, als strahlende Venus, am Kopfende der Tafel platznehmen.

Die Gegenpole zu den beiden sind die rationale Erkenntnis und die distanzierte Anerkennung. Sie sitzen ihnen gegenüber. Die Sicherheit sitzt zwischen Zugehörigkeit und Erkenntnis, denn sie will für zuverlässige Beziehungen sorgen. Die Durchsetzungsbedürfnisse orientieren sich an der Empathie und der Anerkennung, um intuitiv Chancen zu nutzen.

Da sich Sicherheit und Durchsetzung gegenübersitzen, werden sie gemeinsam für machbare Strategien sorgen können.

Die Aufgabe des Beraters ist es, dieses innere Team verantwortungsbewusst aufeinander abzustimmen und dafür ein Selbstbild (Identität) zu finden, dass alle Grundbedürfnisse integriert.

Wir brauchen also ein gedankliches Konstrukt, das uns rundum gute Gefühle macht. Wenn wir sagen: ‚Ich bin ein Berater‘, kann sich das auf Situationen beziehen, in denen wir uns wohlfühlen. Als Konzept für die Ausrichtung unserer Gefühle brauchen wir es etwas genauer, am besten als gedankliche Vorstellung, in die wir uns einfühlen und mit allen Sinnen wahrnehmen können. Für manche Berater ist das mit Aufgaben des persönlichen Coachings oder in therapeutischer Arbeit verbunden und für andere sind Tätigkeiten in Schulen, Kindergärten oder im beruflichen Umfeld als Kundenbetreuer attraktiv. Dieses Selbstbild ist im Sinne aller Grundbedürfnisse motivierend, wenn sie sich gegenseitig unterstützen und am gemeinsamen Werk mitwirken können. Jeder dieser Anteile bringt unterschiedliche Erfahrungen und Kompetenzen mit sich, die alle zugutekommen können.

  • Die Zugehörigkeit (gelb) sorgt durch die Abstimmung für Gemeinsamkeit. Sie kümmert sich um die Kommunikation.

  • Die Empathie (weiß) prüft, welche Wirkungen von unserem Verhalten ausgehen. Sie will verantwortungsvoll handeln.

  • Die Sicherheit (grün) ist eine aufmerksame Beobachterin. Sie erkennt Risiken und sorgt für Ordnung und Zuverlässigkeit.

  • Die Durchsetzung (rot) kämpft für die Zielerreichung. Sie hat Visionen und wird spontan aktiv, wenn wir etwas gewinnen können.

  • Die Erkenntnis (schwarz) analysiert die Situationen und die laufenden Veränderungsprozesse. Sie will sinnvolle Lösungen.

  • Die Anerkennung (blau) strebt nach dem Besten, vergleicht und bewertet Alternativen. Sie macht die Handlungsvorschläge.

Gesucht wird eine gemeinsame Ausrichtung, mit der alle sechs gegensätzlichen Grundbedürfnisse zufrieden sind.   …